Karneval und Fastnacht haben ihren Ursprung sicher nicht in Hügelsheim.

Karneval gab es weiter nördlich – die alemannische Fastnacht war etwas weiter südlich angesiedelt. Aber die „Fasenacht“ oder der Fasching wurde in unserer Gegend schon immer groß geschrieben und auch gefeiert.

Man erinnert sich in Hügelsheim an Kappenabende und Kostümfeste auf Vereinsebene. Oder es wurden in Schankräumen und Sälen der örtlichen Gaststätten von den Gastwirten Tanzabende und Bälle veranstaltet. Auch bei vielen Hausbällen wurde die „fünfte Jahreszeit“ zünftig gefeiert.

Ab dem Schmutzigen Donnerstag war man maskiert auf den Straßen unterwegs. Zunächst abends zum „Schnurren“ in den Gasthäusern. Am Rosenmontag und Fastnachtsdienstag erlebte die Straßenfastnacht in Hügelsheim dann ihren Höhepunkt. Ganze Gruppen von „Kloons“ zogen von Haus zu Haus. Doch auch „Pürrees“ (= Pierrots) und andere fantasievolle Aufmachungen und Masken waren zu sehen. Auch liebevoll gestaltete Umzugswagen, die in mühevoller Feierabendarbeit zum Teil mit Hilfe der kanadischen Freunde gestaltet wurden, zogen früher durch unseren Ort. Unter dem damaligen Bürgermeister Friedrich Eberle wurde in den Jahren 1969 bis 1971 ein lang gehegter Wunsch der Vereine Wirklichkeit. Hügelsheim erhielt eine Mehrzweckhalle und damit auch die Möglichkeit Fasching in größerem Stil zu feiern. Und so fanden sich auch sehr bald elf mutige Männer zusammen, die sich für die Idee eines Karnevalclubs in Hügelsheim begeisterten und von diesem Gedanken nicht mehr abließen. Nach einigen Vorbesprechungen im kleineren Kreis trafen sich am 15. Januar 1971 die Herren Cyriak Daniel, Günther Diebold, Heimfried Grafe, Franz Krämer, Ludwig Kreidenweis, Siegfried Krumm, Karl-Heinz Leppert, Günther Leppert, Edgar Lorenz, Werner Spitzmesser und Hubert Walter, im Café Rieger zur entscheidenden Gründungsversammlung.

Es wurde der Beschluss gefasst, den „Hügelsheimer Carneval-Club“ zu gründen und man wählte die erste Vorstandschaft des neuen Vereins:

Heimfried Grafe als Präsident
Günther Leppert als Vizepräsident
Siegfried Krumm als Protokoller
Hubert Walter als Schatzmeister

Mit diesem Vorstand starteten die oben genannten Gründungsmitglieder als erster Elferrat, von manchen belächelt, das Abenteuer eines „organisierten Karneval“. Der regionalen Presse war danach übrigens zu entnehmen, dass zur Freude aller Anwesenden schon bei der Gründungsversammlung Freibier ausgeschenkt wurde, obwohl die Vereinskasse zu Beginn der Versammlung einen Stand von 0,00 DM vorzuweisen hatte. Nachdem im Verlauf des Abends aber jeder Elferrat eine Einlage von 5 DM tätigte, konnte dann zum Ende der Versammlung immerhin ein Kassenstand von 55,– DM verzeichnet werden. Doch die Kasse überstand diesen Abend unangetastet, da es sich bei dem ausgeschenkten Freibier um eine großzügige Spende der Hofbrauhaus Hatz AG aus Rastatt handelte. Eine Tatsache, die man dem Pressebericht allerdings nicht entnehmen konnte. Und so war es kurz danach in aller Munde: „Wie soll der Verein existiere?! Kein Pfennig Geld im Säckel, aber 50 Liter Freibier ausschenke! Des geht höchstens drei Jahr, dann sind die wieder weg vom Fenster !” Dass genau das Gegenteil der Fall war und ist, wird mit dem über 44-jährigen Bestehen des HCC eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Schon zum 11-jährigen zierte ein Reim, der auf diese Äußerungen anspielte, die Jubiläumsplakette:

 „Man hat vermacht uns nur drei Jahr Wer das gesagt war selbst ein Narr“

Zu Fastnacht 1971 gab es dann im Gasthaus Hirsch ein vom MGV Germania unter dem damaligen Vorsitzenden Günther Diebold veranstaltetes Kostümfest. Bei dieser Veranstaltung, in der Büttenreden und Sketche dargebracht wurden, stellte sich auch erstmals der neugewählte Elferrat einer breiteren Öffentlichkeit vor und bekräftigte seine Absicht in Zukunft der Fasenacht in Hügelsheim eine eigene Prägung in Anlehnung an den rheinischen Karneval zu geben und damit das närrische Geschehen im Ort fest in die Hand zu nehmen. Bevor man allerdings im November des gleichen Jahres in die erste närrische Kampagne des HCC starten konnte, waren noch zahlreiche organisatorische Hürden zu überwinden.

Hilfreiche Unterstützung erhielt man dabei von der „Großen Karneval Gesellschaft Sandweier“, deren Präsident Jürgen Schneider in Hügelsheim wohnte. Aufgrund dieser Verbindung, die durch Günther Leppert zustandegekommen war, übernahm die „GRO KA GE Sandweier“ dann auch die Patenschaft für den jungen HCC. Auch viel praktische Arbeit musste in die Vorbereitung der ersten Veranstaltung investiert werden. Es wurde eine Sektbar angefertigt, da in der neuen Mehrzweckhalle keine derartige Einrichtung vorgesehen war. Und die heute zum „Allgemeineigentum“ zählende Bühnentreppe wurde gebaut. Desweiteren benötigte man auf der Bühne einen zusätzlichen Podestaufbau für den Elferratstisch. Bei all diesen Baumaßnahmen durfte man dankenswerterweise auf die tatkräftige Unterstützung aus den Reihen der Hügelsheimer Handwerkerschaft zurückgreifen.